Obec Dalovice
Hlavní 99
36263 Dalovice
Tschechische Republik
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Die Gemeinde Dalovice besteht heute aus drei vereinigten Gemeinden – Dalovice (Dallwitz), Všeborovice (Schobrowitz) und Vysoká (Hohendorf). Sie liegt am Zusammenfluss des Baches Vitický potok (auch Dalovický potok genannt) mit der Eger, die auch die südwestliche Grenze zu der Stadt Karlsbad bildet. Die durchschnittliche Höhe beträgt 400 m ü. M., das Klima ist mäßig warm, trocken, mit einem vorwiegend milden Winter.
Durch archäologische Untersuchungen in den Jahren 1938 - 1942 wurde belegt, dass der Ort schon seit der Steinzeit ununterbrochen besiedelt wurde. Die wertvollen Funde befinden sich heute im Karlsbader Museum. Durch die Gemeinde führte ein alter Handelsweg aus Deutschland über Cheb (Eger), Loket (Elbogen), Dalovice nach Žatec (Saaz) und weiter bis nach Prag. Bis ins 12. Jahrhundert stand eine Holzfestung auf einer Anhöhe im Dorf, später wurde sie durch eine Steinfestung ersetzt. Erhalten blieben die massiven Fundamente des Wohnturms auf der Anhöhe an der östlichen Parkgrenze. Eine kreisförmige Bodenerhebung (von uralten Eichen umsäumt) mit einem Durchmesser von 11m verbirgt seine mit „Sprudelstein“ (Aragonit) verbunden Reste aus Quarzsteinen. Es ist eine der ältesten Siedlungsdenkmäler in der Region. Nach einem Brand im 15. Jahrhundert wurde die Festung nicht mehr erneuert. Es wurde zuerst das alte Schloss (Haus-Nr. 1 – heute ist dort die Fachschule für Landwirtschaft untergebracht) und im 19. Jahrhundert das neue Schloss im Pseudorenaissance-Stil inmitten des Parks erbaut.
Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahre 1437, als Albrecht von Pernstein der Gutsherr war. Die nachfolgenden Eigentümer, die gleichzeitig auch die Herren von Doubí (deutsch Aich, heute ein Teil Karlsbads) waren, wechselten recht häufig. Zu ihnen gehörten z. B. Anna Ludmila Kolovratová (von Kolowrat), die Witwe Marie Benigna Piccolomini sowie zuletzt das Adelsgeschlecht Riedl von Riedelstein. Sie gründeten den Park, erbauten das neue Schloss und machten sich um die Gesamtentwicklung der Gemeinde verdient. Das ursprünglich landwirtschaftliche Dorf wurde nach der Eröffnung der Kaolin- und Kohlebergwerke zu einem Industriedorf. Im Jahre 1804 wurde eine Steingutmanufaktur erbaut, später kam noch eine Porzellanmanufaktur, die weltberühmte Firma Epiag, hinzu. Neben einigen Kleinunternehmen befanden sich dort auch eine Ziegelei, eine Brauerei, eine Mühle und ein Sägewerk.
Im Dorf hielten sich auch einige berühmte Persönlichkeiten auf wie beispielsweise der kaiserliche Heeresführer Piccolomini oder J. W. Goethe, der dort neunmal zu Besuch war. Von seinem Aufenthalt im alten Schloss blieb eine von ihm stammende Zeichnung erhalten. Er kaufte sich ein Essservice in der Porzellanmanufaktur und interessierte sich für die einzigartigen Quarzmineralien in Schobrowitz. Der Dichter T. Körner kurierte hier seine Verletzung aus den Napoleonischen Kriegen aus und schrieb hier die Mehrheit seiner damals berühmten Dramen und Gedichte. Zum Gedenken an seinen 100. Todestag wurde im Park, wo er sich gerne aufhielt und schöpferisch tätig war, im Jahre 1914 sein Denkmal errichtet.
Im Jahre1974 sollte die Geschichte der eigenständigen Gemeinde Dalovice beendet sein. Sie wurde der Stadt Karlsbad angegliedert und diente als Aussiedlungsort für die der Stadt unbequemen Betriebe und Personen. Unmittelbar nach 1989 wurde daher eine Bürgerinitiative für die Verselbständigung der Gemeinde, unter Beibehaltung der gegenseitig vorteilhaften Zusammenarbeit mit der Stadt, gestartet. Dies gelang 1991.
Die Gemeinde, die nunmehr 1850 Einwohner zählt, strebt an, die Vorteile des Wohnens in einer ländlichen Umgebung in Reichweite einer größeren Stadt mit einem erträglichen Maß an industrieller und landwirtschaftlicher Tätigkeit optimal zu vereinbaren.